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Upcycling und Nachhaltigkeit in der Inneneinrichtung

Upcycling und Nachhaltigkeit in der Inneneinrichtung

Upcycling und Nachhaltigkeit in der Inneneinrichtung
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Upcycling – ein Beitrag zur nachhaltigen Inneneinrichtung

Nachhaltigkeit, Recycling und Upcycling sind zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Auch bei der Inneneinrichtung spielen sie eine große Rolle.

Upcycling – ein Trend mit Zukunft

Im Gegensatz zum Recycling werden beim Upcycling nicht Dinge zerstört und neu zusammengefügt, sondern erfahren in ihrer ursprünglichen Form eine neue Verwendung. Ein Trend, der sich auch bei der Gestaltung unserer Wohnräume mehr und mehr etabliert. Was früher einfach auf dem Müll landete, avanciert heute zum Designobjekt. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Innovative Ideen sind die Basis für ein modernes , von Nachhaltigkeit geprägtes, neu gestaltetes Produkt. Bei keiner anderen Form der Wiederverarbeitung bereits bestehender Materialien lässt sich der ökologische Gedanke so umfassend transportieren. Es sind keine komplizierten rohstoffverarbeitenden Produktionsprozesse notwendig, um aus Altem etwas Neues zu generieren. Im Vordergrund steht die Idee, um aus ausgedienten Dingen, in meist nur wenigen Schritten, ein neues Design mit ebenso neuem Verwendungszweck zu gestalten.
Statt Dinge zu zerschlagen, zermahlen, oder in einer sonstigen Form industriell zu bearbeiten, werden sie einem höheren Wert zugeführt. Es werden nicht nur Rohmaterialien eingespart, sondern auch der beim Recycling meist höhere notwendige Verarbeitungsaufwand. Scheinbar nutzlose Stoffe werden einer neuen Bestimmung zugeführt, „Müll“ wird zum avantgardistischen Einrichtungsgegenstand, nicht nur für Trendsetter.

Die Werte in unserer Gesellschaft unterliegen einem ständigen Wandel und passen sich der Tatsache an, dass natürliche Ressourcen irgendwann einmal aufgebraucht sein werden. Upcycling ist eine Form des Umdenkens, die für mehr Nachhaltigkeit bei der Inneneinrichtung sorgt.

Was mit der Hippiebewegung begann – Upcycling ist erwachsen geworden

Regale aus Apfelsinenkisten, Weinflaschen als Kerzenhalter und der gute alte Flickenteppich sind Relikte, die Sie vielleicht noch aus den 70er Jahren kennen. Die Do-it-yourself-Methode des Upcycling ist gesellschaftsfähig geworden. Zahlreiche designorientierte Möbelhersteller haben das Potenzial erkannt und produzieren alltagstaugliche Einrichtungsgegenstände aus den unterschiedlichsten Materialien. Dabei entstehen nicht nur völlig ungewöhnliche Designs, sondern auch einmalige Unikate. Kein Stück ist mit dem anderen identisch. Ein Umstand, der ein Maximum an Individualität garantiert und sich daher größter Beliebtheit erfreut.

In Ländern der sogenannten dritten Welt gehört Upcycling schon lange zum Alltag. Aus alten Autoreifen werden Flip-Flops, aus leeren Plastikflaschen ganze Häuser. Einige Produkte haben es bereits vor Jahren auf den europäischen Markt geschafft und sich dort als Designobjekte etabliert, wie zum Beispiel bunte Blechautos, die aus alten Konservendosen gefertigt werden. Auf internationalen Messen und in angesagten Designerläden, die Wohnaccessoires anbieten, findet sich schon seit langem das ein oder andere Produkt, das den Weg aus der Mülltonne hin zum begehrten Objekt geschafft hat.

Für die guten alten Obstkisten, über Paletten, bis zu Rohren und vielem mehr ist der Weg ins Wohnzimmer heute nicht mehr weit. Mit pfiffigen Ideen und ein bisschen handwerklichem Geschick lassen sich die sonst üblicherweise zur Entsorgung verdammten Produkte schnell in Objekte mit Kultstatus verwandeln. Sie können selbst Hand anlegen, oder einfach den nächsten Designerladen ansteuern. Mittlerweile gibt es auch einige ambitionierte Handwerker, die Ihre Produkte in entsprechenden Online-Shops zum Kauf anbieten. Vom Einzelstück bis hin zu professionell in Serie gefertigten Artikeln befindet sich eine breite Produktpalette auf dem Markt. Selbstverständlich hat auch die Möbelindustrie reagiert und eine Vielzahl ansprechender Produktlinien kreiert.

Industriedesign – so schön kann Upcycling sein

Industriedesign ist das Zauberwort für eine nachhaltige Inneneinrichtung, die auf Upcycling basiert. Aus alten Eisenbahnschienen werden Tische gebaut, alte Werkbänke werden zu hochwertigen Sideboards und Kupferrohre zu fantasievollen Lampen. Den Möglichkeiten der Designer sind kaum Grenzen gesetzt. Nehmen Sie Platz auf einem Sitzsack, der in seinem früheren Leben als Seesack bei der Armee gedient hat, oder wie wäre es mit einem Teppich aus durch Kochen verdichteter Wolle?

Durch Upcycling entstehen immer wieder aufs Neue Produkte, die mit echtem Mehrwert ausgestattet sind. Die Objekte erzählen ihre eigene Geschichte. Jedes Teil ist ein Unikat mit eigener Persönlichkeit und individuellem Charme. In unserer schnelllebigen Zeit besinnen wir uns gerne einmal auf dauerhafte Werte. Mit einem Möbelstück, das auf ein bewegtes Leben zurückblicken kann, holen wir uns ein Stück Historie in unser Heim.

Upcycling – Möbel aus altem Holz

Holz ist ein sehr vielfältiges Material mit einer hohen Lebensdauer. das machen sich die Designer der Upcycling Branche zu Nutze. Statt Bäume zu fällen, kann man doch auch alte Dielen zu neuem Leben erwecken, oder wie wäre es mit einer alten Schiffsplanke? Tischplatten aus alten Balken von Gerüsten, auf denen vielleicht einmal Bauarbeiter ihr akrobatisches Können unter Beweis gestellt haben und Kommoden, auf denen früher einmal endlose Züge donnerten, sind längst mit einem Kultstatus ausgezeichnet. Upcycling ist eine hervorragende Methode, um aus dem was wir tagtäglich zuviel an Müll produzieren „mehr“ zu machen – und zwar im positiven Sinn. Ressourcen werden geschont, Entsorgungsarbeiten entfallen und Wohnen erhält einen neuen Charakter. Weg von der Wegwerfmentalität, hin zu Produkten, die eine Geschichte erzählen können. Selbst „Briccole“, das sind Pfähle aus der Lagune von Venedig, die den Wasserstand anzeigen, finden Ihren Platz in unseren Wohnzimmern. Woran sich jahrelang die Fische gerieben haben und Schnecken und anderes Getier darauf herumgekrabbelt sind, wird nun zum trendigen Hocker- oder Tischbein. Die Pfähle aus Eichenholz müssen nach fünf bis zehn Jahren im Wasser ausgetauscht werden. Sie sind zu stark korrodiert und würden verfaulen. Ein findiger italienischer Unternehmer hatte eine gute Idee und das Holz landet nicht mehr auf der Müllkippe, sondern im designorientierten Wohnraum.

Bei einigen Stücken, die aus „gebrauchtem“ Holz gefertigt werden, lassen die Designer bewusst Lackspuren stehen. Das so geschaffene Objekt erhält durch die Facetten unterschiedlicher Farben einen individuellen und einzigartigen Look – genau das, was die Menschen wollen. Vom Bilderrahmen bis zum Kleiderschrank oder ganzen Regalsystemen finden sich zahlreiche Anbieter, die sich dem Upcycling verschworen haben.

Upcycling und der Trend zu mehr Natur

Der urbane Wohnstil führt nicht mehr länger ein Nieschendasein. Aus einem Wohnstil, der von einigen avantgardistischen Außenseitern geprägt schien, ist ein sich weit verbreitender Trend geworden. Je mehr wir in unserem Alltag eingebunden in feste Abläufe und Rituale sind, die uns wenig Freiraum lassen, auch noch Zeit in der Natur zu verbringen, desto größer das Bedürfnis, uns ein Stück davon ins heimische Wohnzimmer zu holen. Raue Oberflächen, Astlöcher und Risse sind kein Schönheitsmakel mehr, sondern gewollt. Manchmal werden sie sogar bewusst nachgearbeitet, um die Urbanität eines Stückes zu betonen. Statt schnellebigen Trends sind Produkte mit Nachhaltigkeit gefragt, die eine lange Lebensdauer versprechen. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem ständigen Wandel, der sich in der Art wie wir wohnen spiegelt. Das ökologische Bewusstsein ist auch bei den Möbeln angekommen. Nicht mehr hochglanzpolierter Chic ist das Non-plus-Ultra einer trendbewussten Einrichtung, sondern ein Holzklotz als Hocker, der aus einem alten Eichenstamm gehauen wurde. Es ist an der Zeit zu realisieren, dass die Ressourcen dieser Erde nicht unbegrenzt sind. Immer mehr Menschen kehren der auf maßlosen Konsum ausgerichteten Welt den Rücken. Die Idee, dass Müll nicht Müll bleiben muss, ist durchaus nicht neu. Der Gedanke der Wiederverwertung lebt in Flohmärkten und Second-Hand-Läden. Aus Dingen, die zum Wegwerfen gedacht waren, Neues zu erschaffen, ist mit Recycling und Upcycling zu einem beeindruckenden Trend avanciert, der eine zukunftsweisende Richtung einschlägt. Es bleibt zu hoffen, das er uns noch recht lange erhalten bleibt. Was kann es sinnvolleres geben, als die Müllberge auf diese Art und Weise zu reduzieren? Statt kostspieliger Entsorgungsarbeiten können so manche ausgediente Dinge dazu beitragen, unser Leben zu verschönern.

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